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Tag 12

Drei Flüsse Stadt Passau

sunny 27 °C

Die Nacht war ruhig gewesen. Ich würde das leichte Schaukeln und das leise Plätschern in unserer Kabine während der Fahrt vermissen. Auf mich wirkte es sehr beruhigend und erholsam. Mutti war hingegen froh, nicht mehr Angst haben zu müssen, dass irgendwo während der Nacht Wasser eindringen könnte. Schon in den frühen Morgenstunden hatten wir die Grenze nach Deutschland passiert.

Bevor wir zum Frühstück gingen, stellten wir unsere Koffer vor die Tür. Sie würden vom Schiffspersonal an Deck gebracht werden. Schon während des Frühstücks hatten wir unsere Anlegestelle am Stadtrand von Passau erreicht. Wir dockten an einem der vielen anderen Schiffe an, deren Fahrt hier zu Ende ging oder gerade erst beginnen würde. Im Laufe des Vormittags würden wir noch einige Male unseren Ankerplatz wechseln, bevor wir direkt am Kai liegen und aussteigen würden.

Stromkilometer 2.223 in Passau

Stromkilometer 2.223 in Passau

Am gegenüberliegenden Ufer sahen wir das Schild für den Stromkilometer 2.223. Wir hatten also vom Mündungsgebiet stromaufwärtsfahrend eine stattliche Anzahl an Kilometern auf einem der längsten Flüsse Europas zurückgelegt. Noch ein letztes Mal schenkte uns Dimitry ein Lächeln, während er uns beim Frühstücken bediente. Unsere Tischnachbarn hatten auch noch Zeit bis am späten Nachmittag ihr Zug nach Hamburg losfahren würde.

Wir waren einer der Letzten, die das Schiff verließen. Unser Taxi war für 10:00 Uhr bestellt. Etwa fünfzehn Minuten hat dann die Fahrt zum Bahnhof gedauert. Erst kurz vor dem Bahnhof, konnten wir einen kurzen Blick auf die schöne, drei Flüsse Stadt Passau erhaschen. Die Stadt liegt am Zusammenfluss der blauen Donau mit dem grünen Inn und der schwarzen Ilz. Überragt wird die barocke Altstadt von den Türmen des St. Stephans Domes, der die größte Domorgel der Welt besitzt. Leider gab es in Passau keine Stadtführung mehr.

Da wir aber noch Zeit bis zu Abfahrt unseres Zuges hatten und ich bereits zwei Mal zuvor in Passau gewesen war, konnte ich die Stadt noch etwas zu Fuß erkunden. Obwohl ich das Schiffsleben schon jetzt vermisste, war es auf der anderen Seite schön, wieder eine Landratte zu sein und längere Spaziergänge machen zu können. Mutti blieb einstweilen mit dem ganzen Gepäck in der Wartehalle des Bahnhofs sitzen.

Dreiflüssestadt Passau

Dreiflüssestadt Passau

Eine Stunde dauerte mein Spaziergang durch die Altstadt, bis ich wieder zum Bahnhof zurückkehrte. Dieser wurde gerade renoviert. Die Flex, mit der die Pflastersteine geschnitten wurden, wirbelte soviel Staub auf, dass der Rauchmelder anschlug und einen höllischen Lärm machte. Es dauerte gute zwanzig Minuten, bis er endlich abgestellt wurde. Wir besorgten uns noch eine Jause und verließen dann die Wartehalle Richtung Bahnsteig.

Vorerst fuhren wir ein kurzes Stück entlang des Inns, dann drehten wir nach Osten ab. In Wels mussten wir in den Zug nach Salzburg umsteigen. Nach einen kurzem Aufenthalt in der Mozartstadt setzten wir unsere Heimreise nach Villach fort. Dort erwartet uns Kathrin, die uns nach Hause brachte.

Posted by fegoesdonau 00:56 Archived in Germany

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