A Travellerspoint blog

Anreise

Eine "durchgefallene Nacht"

overcast 18 °C

Immer schon war es ein Wunsch von mir, Europa auf dem Wasser zu durchqueren. Mit Gerd und Ingrid hatten wir schon mal die Donau an ihrem Ursprung im Mittleren Schwarzwald besucht. Dort hatte ich auch beschlossen, die Donau dort zu sehen, wo sie schon etwas gewaltiger sein würde – nämlich an ihrer Mündung. Diese Kreuzfahrt würde alle zehn Länder, die an der Lebensader Europas liegen, berühren oder durchqueren. Unvergleichlich sind die Landschaften am zweigrößten Strom Europas: Wachau und Puszta, der dramatische Donaudurchbruch des Eisernen Tores zwischen Karpaten und Balkangebirge sowie das Donaudelta mit seiner einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt.

Neu würde auch sein, meine Mutter auf eine Kreuzfahrt mitzunehmen, denn sie ist keine Wasserratte und sie hat auch einen leichten Schlaf. Hoffentlich ist der Maschinenlärm in der Kabine nicht allzu sehr zu hören. Aber sie würde sich schon daran gewöhnen. Die Reise erfolgt auch „in Memoriam Nonno“. Immer schon wollten wir in seine Heimat Rumänien. Doch die weite und auch heute noch immer gefährliche Fahrt wollte ich mit ihr allein mit dem Auto nicht unternehmen. So würden wir auch weite Teile des Landes sehen und die Sicherheit und Geborgenheit des Schiffes dabei genießen können.

Eine Busreise ist auch schon sehr anstrengend. Mit dem Schiff entschleunigt man. Man packt seinen Koffer nur ein Mal aus und ein, hat jeden Abend das gleiche Bett und ist doch jeden Tag wo anders. Von Bord geht man nur mit Handtasche oder Rucksack und braucht sich um Nichts mehr zu kümmern.

Auch diesmal startete unsere Reise mit der Zugfahrt von St. Veit nach Wien am Vorabend. Diesmal hatte ich einen späteren Zug ausgewählt, der um 17:27 Uhr in Wien Meidling ankommen würde. Nach unserer Ankunft stand am Bahngleis gegenüber der Schnellzug nach Gänserndorf zur Weiterfahrt nach Wien Mitte bereit. Schnell löste ich eine 24-Stunden-Karte. In Wien Mitte befindet sich das City Air Terminal. Hier kann man Mitten in der Stadt ab 18:00 Uhr für Flüge am nächsten Tag einchecken. Für Flüge der AUA sogar schon 24 Stunden vor Abflug. Man muss nur vorher ein Ticket für den CAT lösen.

So mussten wir die großen Koffer nicht mehr schleppen. Die würden wir erst wieder auf unserer Kabine am Schiff am nächsten Tag sehen. Mit dem Rucksack auf dem Buckel machten wir uns auf zur UBahn-Station Landstraße und von dort aus mit der U4 nach Hietzing, wo ich im Hotel Viktoria für uns ein Zimmer bestellt hatte. Es war schwer ein Quartier zu bekommen, denn es war das Life Ball Wochenende.

Das Essen bei „Otto“ war wie immer köstlich und der Service erfüllte uns jeden Wunsch. Der Nachhauseweg war kurz, denn das Hotel lag um die Ecke. Totenstill war es im Hotel gewesen und das trotz des eher jugendlichen Klientels, die wohl alle anlässlich des Life Balls in Wien waren. Wir sahen uns die Übertragung noch etwas im ORF an. Dann begann eine durchgefallene Nacht mit wenig Schlaf. Mutti nahm eine Tablette, in der Hoffnung bis am Morgen alles entleert zu haben.

Posted by fegoesdonau 06:54 Archived in Austria

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