A Travellerspoint blog

Tag 2

Donaudelta

sunny 23 °C

Um 8:15 Uhr sollte der Ausflug mit einem kleinen Boot ins Donaudelta starten. Während des Frühstücks hätten wir eigentlich mit unserem Schiff von Tulcea bis zum Bootsanleger an der „Meile 35“ fahren sollen. Doch wo Nichts ist, kann auch nicht angelegt werden. Der Bootsanleger stand – hochwasserbedingt – unter Wasser. So würden wir schon in Tulcea von Board gehen und von hier aus unseren Ausflug mit einem kleineren Boot starten. Also sollten wir uns vorher mit einem guten Frühstück vom Buffet stärken. Über Lautsprecher wurden wir dann aufgefordert, uns an der Rezeption einzufinden. Dort erhielten wir im Tausch gegen unseren Kabinenschlüssel eine grüne Karte für den Landgang. Auf dieser standen der Name und die Telefonnummer des Schiffes, falls wir verloren gehen sollten.

Landgang in Tulcea

Landgang in Tulcea

Eine Schaar von Graureihern folgte Amber, unserem deutschsprachigen, siebenbürgischen Reiseleiter für den Tag. Ja, mehr Graureiher würden wir im Donaudelta auch nicht zu sehen bekommen. Das Durchschnittsalter der Passagiere wurde eigentlich nur von mir und zwei jüngeren Herrn, die ihre Eltern und Großmutter begleiteten, ein klein wenig nach unten gedrückt. Aber im Großen und Ganzen schienen alle recht nett zu sein.
Nach einigen hundert Metern hatten wir die Anlegestelle für kleine Schiffe erreicht. Dort bestiegen wir eines und durchquerten noch zwei, gingen über eine Stiege hoch und dann wieder runter und durch noch ein Boot und dann waren wir endlich auf unserem Ausflugsboot der Firma Karpaten.

Ausflugsboot ins Donaudelta

Ausflugsboot ins Donaudelta

Die Donau ist mit 2.857 Kilometern nach der Wolga der zweitgrößte und zweitlängste Fluss in Europa. Die Donau führt ihren Namen ab der Vereinigung zweier Quellflüsse, der Brigach und der Breg, die beide im Mittleren Schwarzwald entspringen. Bevor die Donau ins Schwarze Meer mündet und sie 10 Länder durchflossen hat, teilt sie sich in drei Mündungsarme – Chilia im Norden, Sulina in der Mitte und Sfantu Gheorge im Süden. Wir würden uns von Tulcea aus auf dem südlichsten Arm, den Sfantu Gheorge vorerst bis zur Meile 35 bewegen. Eher unspektakulär sah die kleine Insel der Meile 35 mit ihrem heruntergekommenen Hotel aus. Von einem Anleger war weit und breit nichts zu sehen.

Karte Donaudelta

Karte Donaudelta

Wegen des Hochwassers war es auch gar nicht so einfach, die Wasserverkehrsschilder, die sich am Ufer befanden, zu sehen. Auf das Hochwasser angesprochen gab unser Reiseleiter jedoch zur Antwort: „ Mit Hochwasser um diese Jahreszeit leben wir seit Jahrzehnten“. Er nahm das relativ locker. Es gibt noch Siedler im Delta; auch diese leben damit, dass sie ihre Hütten auf Stelzen bauen, um etwas vor den Überschwemmungen geschützt zu sein. Einziger Nachteil für uns wäre, dass wir nicht sehr viele Tiere zu Gesicht bekommen würden, da sie sich auf trockenes Landes zurückziehen würden.

Karte Canal Meile 35

Karte Canal Meile 35

Kurz vor der Meile 35 fuhren wir auf den Kanal Meile 35 ein. Links und rechts wurde dieser Kanal von grünen Bäumen, hauptsächlich Weidenarten, gesäumt. Ufer sah man hier keines. Man sah nur, dass das Wasser bis weit nach hinten hinein vom Land Besitz ergriffen hatte. Größeren Booten ist hier die Einfahrt nicht erlaubt. Die Wellen, die sie hinterlassen, würden die Nistplätze am Ufer überschwemmen. Wir würden nur einen ganz kleinen Teil des Deltas, das eine Fläche von 5.640 km² hat, sehen. Die Länge des Deltas von West nach Ost beträgt 75 km, die Breite von Nord nach Süd 150 km. Das Donaudelta liegt im südlichen Teil einer großen Tiefebene, die sich bis ans Schwarze Meer zieht.

Auf dem Kanal Meile 35

Auf dem Kanal Meile 35

Die Sonne schien, trotzdem war es kühl und wir waren froh, unsere Wetterjacken und unsere Decke mitgenommen zu haben. Ich musste mir den Fluss einmal vom unteren Deck des Schiffes ansehen. Am Bug war es sonnig und windstill. Nachdem ich dort eine Weile gestanden hatte, war ein Matrose so nett, mir einen Sessel zu bringen. Ich genoss die Fahrt durch das Naturschutzgebiet. Wir wurden von der natürlichen Musik des Vogelgesangs begleitet. Störend fand ich nur, dass uns manchmal Motorboote begegneten, die von jungen Männern mit viel zu hoher Geschwindigkeit gelenkt wurden, sodass alle Tiere in Ufernähe die Flucht ergreifen mussten.

Donaudelta, ein Vogelparadies

Donaudelta, ein Vogelparadies

Endlich konnte ich meiner Mutter ein Zeichen geben, auch herunterzukommen. Hier in der Sonne konnte sie sich aufwärmen und die grandiose Aussicht genießen. Schon wieder bogen wir in einen noch kleineren Kanal ab, der schließlich zu einem großen See mit Schilfgürtel führte. Das Donaudelta gilt als Europas größtes Feuchtgebiet und zugleich als die größte von Schilfrohr bedeckte Fläche der Welt.

Schilf im Donaudelta

Schilf im Donaudelta

Am See schwammen Seerosenteppiche malerisch dahin. Ein Schwan mitten in den Blüten vervollständigte das Bild. Viele Bäume dienten den Vögeln als Nistplatz. Leider mussten sie ihre Großzügigkeit mit dem Leben bezahlen. Der Vogelkot ist so aggressiv, das die Bäume absterben. Das Vorkommen an Fischen ist groß und es gibt auch ein paar kleine Fischerdörfer im Delta. Nur 15.000 Menschen besiedeln dieses riesige Gebiet. Die Unberührtheit der Natur ist seit 1991als UNESCO-Biosphärenreservat geschützt. Über 100 Fischarten findet man in den Gewässern des Deltas und mit über 300 Vogelarten gilt es als eines der größten Vogelparadiese der Welt.

Kormorannest

Kormorannest

Ich fand es viel ruhiger und idyllischer, als wir wieder auf den kleinen Kanal zurückkehrten. Hinter den Bäumen, die das rechte Ufer säumten, konnten wir die Hochhäuser einer Stadt sehen. Diese lag schon in der Ukraine. So nahe waren wir diesem Land. Später am Tag würden wir in der Fahrrinne der Donau uns einmal in der Ukraine und einmal in Rumänien aufhalten. Unser Kapitän fand sich aber im Labyrinth der Flussarme sehr gut zurecht und brachte uns wieder zum Kanal der Meile 35.

Kanal der Meile 35

Kanal der Meile 35

Auf dem Rückweg in das Flußknie von Tulcea fuhren wir an einem Teil der rumänischen Kriegsflotte vorbei. Ob die Schiffe immer hier vor Anker liegen, oder aber nur wegen der Krise in der benachbarten Ukraine hier waren, konnten wir nicht erfahren. Tulcea ist seit jeher eine der größten Hafenstädte Rumäniens. Die eigentliche Bucht wird von dem 1899 eingeweihten Unabhängigkeitsdenkmal überragt, welches ein 22 Meter hoher Granit-Obelisk ist. Obwohl die Kreuzfahrtschiffe viele Touristen in die Stadt bringen, schauen die Hotels nicht sehr einladend aus. Tulcea hat viele Industrieruinen (Schiffswerft, Aluminiumhütte), die von einer Hochblüte, die sie während der Zeit des Kommunismus hatten, heute nur noch träumen können.

Unabhängigkeitsdenkmal Tulcea

Unabhängigkeitsdenkmal Tulcea

Hochwasserbedingt kehrte unser Boot mit einer Stunde Verspätung zur Anlegestelle zurück. Nur wer am Ausflug nicht teilgenommen hatte, konnte an der um 11:30 Uhr stattfindenden „Sailaway-Party“ teilnehmen. Auf uns wurde jedoch schon im Restaurant gewartet, wo uns ein Mittagessen serviert wurde. Während des Essens legte das Schiff ab. Zum Mittagsschläfchen begaben wir uns gleich auf das Sonnendeck. Auf einmal hörte man ein lautes Geräusch. Vor uns auf der Brücke mussten alle Offiziere beim Kapitän antreten – ebenso der Tourmanager und der Hotelmanager. Irgendetwas musste geschehen sein. Erst am Ende unserer Reise gestand der Tourmanager, dass wir uns zu dieser Zeit in einer sehr heiklen Lage befunden hätten. Hochwasser ist nicht so gefährlich. Bei Weitem gefährlicher jedoch, ist das Treibholz. Ein dicker, etwa zwei Meter langer Baumstamm hatte sich in der Schiffsschraube verfangen. Gut, dass wir einen so erfahrenen Kapitän hatten. Es ließ die Maschinen sofort stoppen. Beim erneuten Start mit Vollgas flog der Baumstamm im weiten Bogen hinten raus. So hätte unsere Fahrt schon zu ende sein können, bevor sie noch richtig begonnen hatte.

Deshalb war es für die Passagiere auch sehr wichtig, sich mit den Sicherheitsvorkehrungen an Bord vertraut zu machen. Für 16:00 Uhr war eine Sicherheitsübung angesetzt. Beim dreimaligen Ertönen der Sirene mussten alle in die Kabine gehen und die Schwimmwesten anlegen. Danach sollten wir auf weitere Instruktionen über Lautsprecher warten. Es wurde dann gesagt, dass wir mit angelegter Schwimmweste in Ruhe auf dem Sonnendeck erscheinen sollten. Dort wurde jeder Passagier registriert und der Hotelmanager Alexander König erklärte uns, wie wir uns im Notfall verhalten sollten.

Sicherheitsübung an Bord der MS Wolga

Sicherheitsübung an Bord der MS Wolga

Mittlerweile hatte unser Schiff volle Fahrt aufgenommen. Mitten in der Fahrrinne verlief eine 53 Kilometer lange natürliche Grenz zwischen Rumänien im Süden und der Ukraine im Norden. Die Donau heißt in der Ukraine Duna. Reni ist ein wichtiger ukrainischer Handelshafen. Die Kräne der Schiffswerft waren schon von weitem sichtbar.

Ukrainische Hafenstadt Reni

Ukrainische Hafenstadt Reni

Gleich anschließend an die Stadt sah man viele Wachstürme stehen. Bei Kilometer 134 mündet der Pruth in die Donau. Entlang seines Unterlaufes verläuft die Grenze zwischen Rumänien im Süden und der seit 1991 bestehenden Republik Moldawien im Norden für circa 570 Meter. Somit hat Moldawien den geringsten Anteil an Donaukilometern.

Grenzstation Giurgiulesti in Moldawien

Grenzstation Giurgiulesti in Moldawien

Ab hier würde uns am linken und rechten Ufer eine zeitlang Rumänien begleiten. Rumänien hat mit 1.075 Kilometern den längsten Anteil an der Donau. Die Entfernungen auf der Donau werden von Sulina (Kilometer 0 am Schwarzen Meer) bis Galati in Seemeilen und von Galati bis Ulm in Kilometern gemessen. Die Messung in Seemeilen beginnt am Hafen Sulina im mitterlen Mündungsarm und endet am Hafen Galati, wo der 80. und letzte Meilenstein steht. Das Gesamtgefälle ab dem Zusammenfluss von Breg und Brigach beträgt 678 m. Ab jetzt geht es also nur noch bergwärts.

Kräne in der Hafenstadt Galati

Kräne in der Hafenstadt Galati

In der Hafenstadt Galati macht die Donau eine scharfe Biegung nach Süden. Viele Schiffe warteten hier auf Ladung. Große Kräne standen wie eine Herde Giraffen bereit, um bei der Verladung von Gütern zu helfen. Hier gibt es die größte Eisenhütte Rumäniens sowie die größte Schiffswerft. Doch die Stadt mit etwa 250.000 Einwohnern sah an und für sich im Vergleich zu Tulcea viel eleganter aus. Die St. Georgs Kathedrale und der Fernsehturm überragen die Stadt. Aber auch einer der besten Fußballvereine Rumäniens, FC Otelul Galati, ist hier zu Hause.

Galati

Galati

Jetzt hieß es aber uns für das Abendessen fertigmachen, denn um 19:00 Uhr luden Kapitän Jevgenij Vitalijevitch Pospolit, Hotelmanager Alexander Ivanovitch König und die Kreuzfahrtleitung Carsten Münnichow zum Willkommensempfang ein. Der Speisesaal war in rot-weiß eingedeckt. Unsere Tischnachbarn warteten schon auf uns. Monika und Wilhelm kamen aus Hamburg.

Willkommensabend im Restaurant

Willkommensabend im Restaurant

Mit musikalischer Umrahmung zog die Schiffscrew ein. Wir fuhren mit einem Schiff, das in der Werft Korneuburg im Jahre 1970 gebaut wurde und unter ukrainischer Flagge fuhr. Deshalb begrüßte uns der Kapitän auch in sehr melodischem Deutsch. Für jeden Passagier stand ein Wodka bereit und mit einem kräftigen Nastrovje begann ein köstliches Mal. Wir würden auf unserer Fahrt durch zehn Länder mit ukrainischer und internationaler Küche verwöhnt werden.

Schiffscrew MS Wolga

Schiffscrew MS Wolga

Nach so viel Essen mussten wir noch einen Spaziergang auf der Gangway rund um das Schiff machen. Die neuen Schiffe zieren riesige Glasfronten. Da ist ein schöner Abendspaziergang nicht mehr möglich. Unsere erste Nacht an Bord hatten wir im Hafen von Tulcea verbracht. Heute Nacht würden wir Richtung Süden über das Wasser gleiten. Wir machten noch einmal Halt auf der Brücke, um nachzusehen, ob wohl alle Radar- und Navigationsgeräte eingeschalten seien, damit Mutti beruhigt schlafen könnte. Vom Motorengeräusch war in unserer Kabine nicht viel zu hören – wohl aber hörte man das Plätschern des Wassers. Mich hat das Geräusch sanft in den Schlaf gesungen, meine Mutter musste sich erst daran gewöhnen. Dazu hatte sie noch zehn Nächte Zeit.

Karte Tag 02

Karte Tag 02

Posted by fegoesdonau 00:49 Archived in Romania

Tag 1

Anreise

sunny 22 °C

Nach einer durchgefallenen Nacht und komplizierten italienischen Fönverfahren, fuhren wir mit der U4 nach Wien – Mitte, um mit dem CAT (Wir hatten ja schon am Vortag am City Air Terminal eingecheckt) zum Flughafen zu fahren.

Leider hatte die vorgesehene Maschine einen technischen Defekt und so wurde aus unserem Abflug nach Bukarest um 10:20 Uhr leider vorerst nichts. Eine Ersatzmaschine musste her und mit einer Stunde Verspätung ging es dann Richtung Osten. Der Flug war ruhig. Vorerst sahen wir noch den Neusiedler See in seiner vollen Größe, danach eigentlich nur eine Wolkendecke bis zur Landung in Bukarest.

Der Flughafen ist zwar nagelneu, aber eher klein. Nur vier Maschinen waren zur selben Zeit angekommen. Deshalb hatten wir die Einreise- und Zollformalitäten schnell erledigt-. Schon bald sah ich einen jungen Herrn mit einem Schild von NIKO TOURS, der unsere Ankunft erwartete. 33 weitere Personen saßen schon im Bus, die von den verschiedensten deutschen Flughäfen angereist waren. Wir waren also die einzigen Exoten –außer vier Schweizern, wie sich später herausstellen sollte.

Der Hafen Tulcea liegt 280 km von der Hauptstadt entfernt. Vier Stunden Busfahrt über Autobahn und Landstraße lagen vor uns. Wie sich herausstellte, würde die Fahrt sehr abwechslungsreich werden. Der Flughafen liegt am Stadtrand. Schnell waren wir auf der sogenannten Ringstraße, die mehr einer Baustelle, als einer Stadtautobahn glich. Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis die Satellitenstädte eine gute Anbindung an Bukarest haben werden.

Fahrt von Bukarest nach Tulcea

Fahrt von Bukarest nach Tulcea

Elmes, unsere Transportbegleitung, erzählte während der Fahrt über Land und Leute. Rumänien wird von drei Landschaften dominiert: der Bogen der Karpaten in der Mitte, das Donautal und den Rest. Laut Volkszählung 2012 hatte Rumänien über 21,5 Mill. Einwohner. Laut letzter Volkszählung nur mehr 19 Mill. Viele waren mit der Art der Zählung nicht einverstanden und ließen sich nicht zählen und viele Rumänen arbeiten im Ausland. Meist sind es ältere, schlecht ausgebildete Leute und vor allem Pflegepersonal. Die Jungen bekommen heute eine bessere Ausbildung und haben dadurch bessere Aussichten, wenn sie im eigenen Land bleiben.

Die Fahrt über die A2, die sogenannte Sonnenautobahn, die teuerste, die je in der EU gebaut wurde, dauerte nicht lange. Bei Kilometer 49 gab es bei einer OMV Tankstelle einen Stopp. Offizielles Zahlungsmittel in Rumänien ist der Lei. Hier nahm der Chef auch dankend Euro an, was auf unserer Reise nicht immer selbstverständlich sein würde. Auf der Fahrt durch die Walachei begleiteten uns riesige Felder mit Getreide, Sonnenblumen und verblühtem Raps.

Felder in der Nähe von Slobozia

Felder in der Nähe von Slobozia

Bei Slobozia verließen wir die Autobahn und schon waren wir auf der Landstraße unterwegs. Kleine Dörfer säumten die schlechte Straße. Die Häuser waren mehr oder weniger gepflegt, die davor liegenden Gärten umso mehr. Fast jedes Haus besaß einen Rosengarten und diese standen gerade in voller Bülte.

Rosenblüte in den Vorgärten

Rosenblüte in den Vorgärten

Gerade als wir in Tandarei einfuhren, begann es zu Schütten und der Schleier des Regens versuchte die Prachtbauten der Zigeunerchefs zu verstecken, die sie mit den Geldern bauen, die die organisierten Bettler im Ausland sammeln. Elmes sagte, dass versucht wird die Roma zu integrieren, sie sie aber wegen ihrer Rufschädigung Rumäniens im Ausland verurteilen.

Zigeunervilla in Tandarei

Zigeunervilla in Tandarei

Bei Giurgeni überquerten wir das erste Mal die Donau. Die kleinen Dörfer waren von der Flut bedroht. Storchennester auf Telefonmasten und Kaminen prägen das Ortsbild. Für die Benützung der vierspurigen Brücke, die 1.446 Meter lang ist, wurde eine Gebühr eingehoben. Es gibt nur vier große Brücken in Rumänien, die die Donau überqueren. Die rumänische Währung ist der Lei, was soviel wie Löwe bedeutet. Die Scheine sind aus Plastik und deshalb auch gut waschbar. Ein Euro sind vier Lei.

Lei, die rumänische Währung

Lei, die rumänische Währung

Kurz vor Tulcea wurde es hügelig. In Frecatei wurden wir von vielen Rittern der traurigen Gestalt begrüßt. Ausländische Investoren haben hier den größten Windpark Rumäniens errichtet. Hier gibt es das größte Windpotential Europas.

Windpark Frecatei

Windpark Frecatei

Auf den Hügeln sieht man alte Terrassen. Die ersten Siedler im Dacia Gebiet waren die Griechen. Den Terrassenbau haben allerdings die Römer hinterlassen. Von ihnen wird auch der Name Rumänien abgeleitet. Auf den Terrassen wird heute von einer Firma auf 3.000 ha wieder diese Tradition gepflogen. Diesen edlen Tropfen sollten wir abends versuchen.

Hügel vor Tulcea

Hügel vor Tulcea

Nach vier Stunden hatten wir Tulcea und die Donau erreicht. Die größte Hafenstadt Rumäniens liegt auf sieben Hügeln genau an der Stelle, an der die Donau eine scharfe Biegung in Richtung Osten bildet und trägt den Beinamen „Rom des Ostens“, wobei vom Reichtum Roms nichts zu sehen ist. Die alten kommunistischen Wohnblöcke, die das Stadtbild prägen, sind zum Teil vom Verfall bedroht.

Tulcea

Tulcea

Auf der MS Wolga wurden wir schon erwartet – nach alter Tradition mit Brot und Salz. Der Tour- und der Hotelmanager begrüßten uns. An der Rezeption erhielten wir unsere Kabinenschlüssel. Unsere Glückskabine hatte die Nummer 214 und lag auf dem Unterdeck. Die Kabine hatte zwei untere und ein oberes Bett, wovon eines tagsüber in ein Sofa umgewandelt werden konnte.

Begrüßung auf der MS Wolga mit Brot und Salz

Begrüßung auf der MS Wolga mit Brot und Salz

Die Zeit bis zum Abendessen konnten wir nutzen, indem wir unsere Koffer entleerten und unsere Habseligkeiten in die spärlich vorhandenen Fächer verstauten. Unvorstellbar, wie drei Personen auf so wenigen Quadratmetern hausen können!

Dann gingen wir zum Abendessen. Tisch 4 wurde uns zugewiesen – ein Vierertisch – also erhielten wir noch zwei Tischnachbarn. Diese kamen erst, als wir schon begannen den Hauptgang zu verspeisen. Sie waren gerade erst aus Hamburg angekommen. Sie waren die letzten Reiseteilnehmer, die zu uns gestoßen waren. Sie schienen sehr nett zu sein.

Nach dem Essen erkundeten wir das Schiff ein bisschen. Aber die Müdigkeit überkam uns bald und da wir für den nächsten Tag den Ausflug ins Donaudelta gebucht hatten, hieß es früh aufstehen. So legten wir uns zur Ruhe und hofften, dass diese Nacht weniger mit Toilettenstopps als mit Schlafen verbracht werden würde.

Daten zum Schiff MS Wolga

MS Wolga

MS Wolga

Kapazität 164 Passagiere
Länge 105,9 m
Breite 16,1 m
Tiefgang 1,6 m
Höhe 6,7 m
Besatzungsmitglieder ca. 55
Stromspannung 220 Volt
Bordsprache Deutsch

Deckplan MS Wolga

Deckplan MS Wolga

Posted by fegoesdonau 00:45 Archived in Austria

Anreise

Eine "durchgefallene Nacht"

overcast 18 °C

Immer schon war es ein Wunsch von mir, Europa auf dem Wasser zu durchqueren. Mit Gerd und Ingrid hatten wir schon mal die Donau an ihrem Ursprung im Mittleren Schwarzwald besucht. Dort hatte ich auch beschlossen, die Donau dort zu sehen, wo sie schon etwas gewaltiger sein würde – nämlich an ihrer Mündung. Diese Kreuzfahrt würde alle zehn Länder, die an der Lebensader Europas liegen, berühren oder durchqueren. Unvergleichlich sind die Landschaften am zweigrößten Strom Europas: Wachau und Puszta, der dramatische Donaudurchbruch des Eisernen Tores zwischen Karpaten und Balkangebirge sowie das Donaudelta mit seiner einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt.

Neu würde auch sein, meine Mutter auf eine Kreuzfahrt mitzunehmen, denn sie ist keine Wasserratte und sie hat auch einen leichten Schlaf. Hoffentlich ist der Maschinenlärm in der Kabine nicht allzu sehr zu hören. Aber sie würde sich schon daran gewöhnen. Die Reise erfolgt auch „in Memoriam Nonno“. Immer schon wollten wir in seine Heimat Rumänien. Doch die weite und auch heute noch immer gefährliche Fahrt wollte ich mit ihr allein mit dem Auto nicht unternehmen. So würden wir auch weite Teile des Landes sehen und die Sicherheit und Geborgenheit des Schiffes dabei genießen können.

Eine Busreise ist auch schon sehr anstrengend. Mit dem Schiff entschleunigt man. Man packt seinen Koffer nur ein Mal aus und ein, hat jeden Abend das gleiche Bett und ist doch jeden Tag wo anders. Von Bord geht man nur mit Handtasche oder Rucksack und braucht sich um Nichts mehr zu kümmern.

Auch diesmal startete unsere Reise mit der Zugfahrt von St. Veit nach Wien am Vorabend. Diesmal hatte ich einen späteren Zug ausgewählt, der um 17:27 Uhr in Wien Meidling ankommen würde. Nach unserer Ankunft stand am Bahngleis gegenüber der Schnellzug nach Gänserndorf zur Weiterfahrt nach Wien Mitte bereit. Schnell löste ich eine 24-Stunden-Karte. In Wien Mitte befindet sich das City Air Terminal. Hier kann man Mitten in der Stadt ab 18:00 Uhr für Flüge am nächsten Tag einchecken. Für Flüge der AUA sogar schon 24 Stunden vor Abflug. Man muss nur vorher ein Ticket für den CAT lösen.

So mussten wir die großen Koffer nicht mehr schleppen. Die würden wir erst wieder auf unserer Kabine am Schiff am nächsten Tag sehen. Mit dem Rucksack auf dem Buckel machten wir uns auf zur UBahn-Station Landstraße und von dort aus mit der U4 nach Hietzing, wo ich im Hotel Viktoria für uns ein Zimmer bestellt hatte. Es war schwer ein Quartier zu bekommen, denn es war das Life Ball Wochenende.

Das Essen bei „Otto“ war wie immer köstlich und der Service erfüllte uns jeden Wunsch. Der Nachhauseweg war kurz, denn das Hotel lag um die Ecke. Totenstill war es im Hotel gewesen und das trotz des eher jugendlichen Klientels, die wohl alle anlässlich des Life Balls in Wien waren. Wir sahen uns die Übertragung noch etwas im ORF an. Dann begann eine durchgefallene Nacht mit wenig Schlaf. Mutti nahm eine Tablette, in der Hoffnung bis am Morgen alles entleert zu haben.

Posted by fegoesdonau 06:54 Archived in Austria

Vorfreude

overcast 18 °C

Endlich kommt Vorfreude auf. Die Koffer sind gepackt und auch alles andere ist schon fast erledigt.

Morgen fahren wir nach Wien und übernachten dort. Hatte diesmal Probleme, ein Zimmer zu bekommen. Habe nicht daran gedacht, dass gestern das Konzert für Österreich im Schlosspark Schönbrunn stattgefunden hat und morgen Abend der Lifeball über die Bühne geht. Wird sicher viel los sein in der Bundeshauptstadt.

Wir werden gleich vom Bahnhof Meidling aus mit der U-Bahn nach Wien-Mitte fahren und dort einchecken. Dann sind wir das große Gepäck los und müssen am Sonntag nicht so früh aufstehen. Unser Flug mit der AUA nach Bukarest soll um 10:22 Uhr abheben.

Wünsche Euch allen eine schöne Zeit. Ich weiß noch nicht genau, ob wir am Schiff das WLAN richtig benutzen können, aber unser Reiseplan wird hier auf dieser Seite trotzdem jeden Tag erscheinen.

Bis bald

Posted by fegoesdonau 02:48 Archived in Austria

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